Ambulantes Wohnprojekt in Molbergen eingeweiht (Quelle A. Landwehr)

Sieben hochwertige Wohnmöglichkeiten zu Grundsicherungskonditionen

Mieter sollen ein Zuhause finden und akzeptiert werden             

Molbergen (la) – Die zukünftigen Mieter sollen im ambulanten Wohnprojekt in Molbergen an der Wagnerstraße, das am Sonntag eingeweiht wurde, nicht nur ein Dach über dem Kopf finden, sie sollen angenommen werden und sich als Teil der Nachbarschaft und der Gemeinde fühlen. Diesen Wunsch äußerten bei dem offiziellen Festakt sowohl der Geschäftsführer des Lastruper St. Elisabeth-Stiftes, Guido Suing, als auch Martina Hanrath als Leiterin der ambulanten Wohnbetreuung des St. Elisabethstiftes und auch Molbergens Pfarrer Uwe Börner, der das Haus als Bereicherung und als Chance für Molbergen wertete.

Zuvor hatte Geschäftsführer Guido Suing viele Gäste im ambulanten Wohnprojekt, unter ihnen auch Bürgermeister Witali Bastian und sein allgemeiner Vertreter Andreas Unnerstall und der Vorsitzenden des Stiftungsrates, Heinz Zumdohme sowie Kirchenprovisor Josef Wobbeler und die Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, begrüßen können.

„Einweihen möchten wir ein Gebäude, dessen Fertigstellung einen weiteren, wesentlichen Entwicklungsschritt unserer Einrichtung markiert. Erstmals nehmen wir als St. Elisabeth-Stift ein Gebäude in Betrieb, das nicht in der Gemeinde Lastrup verortet ist. Wir verlassen ein stückweit die uns bekannte Gemeinde Lastrup“, so Suing, der für diesen Schritt drei Gründe nannte. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen insbesondere im erwerbsfähigen Alter sei ein ausdifferenziertes Wohnangebot von stationär bis ambulant in verschiedenen Stufen notwendig. Zudem lebten in jeder Kommune des Landkreises Cloppenburg Menschen mit psychischen Erkrankungen und möchten ein gemeindenahes Wohnangebot. „Außerdem finden Menschen mit einer psychischen Erkrankung auf dem normalen Mietwohnungsmarkt im Landkreis Cloppenburg nur schwerlich eine akzeptable Wohnung, die nach Möglichkeit zu Grundsicherungskonditionen zu mieten ist“, begründete Suing den Bau der Einrichtung. 2015 konnte das St. Elisabeth-Stift das erste Wohnprojekt an der Bürgermeister-Böckmann-Str. 1 in Lastrup für sechs Mieter in Betrieb nehmen. Gerade dieses Projekt habe gezeigt, das gelebte Inklusion gelingen könne. „Die Mieter werden dort als Nachbarn gesehen und geschätzt. Sie sind in Nachbarschaftsaktivitäten einbezogen“, lobte Suing. Inzwischen seien in Lastrup insgesamt 19 Wohnmöglichkeiten zu Grundsicherungskonditionen vorhanden. „Uns war klar, dass der nächste Schritt außerhalb Lastrups erfolgen muss. Denn auch hier leben Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die auf der Wohnungssuche sind und auch andere Gemeinden dürfen das Zusammenleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen erfahren. Auch hier gilt es, das Thema Inklusion mit Leben zu füllen. Aber es bedarf schon viel guten Willens, ein solches Projekt umzusetzen. Den zeigte die Gemeinde Molbergen. Das angebotene Grundstück, direkt hier am Dorfpark und damit sehr zentral, war perfekt. Das Grundstück wurde uns zu fairen Bedingungen von der Gemeinde Molbergen zum Kauf angeboten. Und auch aus dem unmittelbaren nachbarschaftlichen Umfeld kam keine laute Kritik.

So können wir heute Wohnmöglichkeiten für sieben Personen in einer 4er WG, in einem Doppelappartement und in einem Einzelappartement einweihen, die zu Grundsicherungskonditionen in die Vermietung gehen, Wohnraum, der ansonsten zu diesen Bedingungen nicht zur Verfügung gestellt werden könnte“, erinnerte Suing. „Nun möchten wir, dass die Mieter hier heimisch werden und sich gut in das gemeindliche Umfeld integrieren können.“ Suings Dank galt neben den beteiligten Handwerksfirmen und dem Architekturbüro Ortmann & Möller vor allem auch der „Aktion Mensch“ und der N-Bank, ohne deren Unterstützung dieses Projekt so nicht hätte verwirklicht werden können. Laut Katharina Gerke vom Lastruper Architekturbüro Ortmann & Möller seien hier 283 m² Wohnfläche in eingeschossiger Bauweise, die sich gut in die Umgebung einfüge, bei einem umbauten Raum von 1700 m³ entstanden. Die drei Wohnungen seien um einen Innenhof gruppiert, der als Kommunikationszentrum dienen könne. Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 760 000 € (mit Grundstückserwerb) würden voraussichtlich unterschritten. „Nicht selten machen Menschen mit psychischen Erkrankungen die Erfahrung, dass ihnen familiäre und soziale Beziehungen wegbrechen, dass sie ihre geregelte Tagesstruktur nicht mehr aufrecht erhalten können, dass sie in finanzielle Schieflage geraten und ihren Lebensunterhalt nicht mehr sicherstellen können“, erläuterte die Leiterin der Wohnbetreuung des St. Elisabeth-Stiftes, Martina Hanrath. Deshalb bedürfe es eines breitgefächerten Netzes aus Hilfen und Unterstützungsleistungen. Ambulante Wohnbetreuung sei eine Leistung der Eingliederungshilfe und biete Beratung, Hilfe und Unterstützung in allen Lebensbereichen. Sie sei eine individuelle Leistung, deren Umfang in einem Hilfeplangespräch mit dem Klienten festgelegt werde.

Als aufsuchender Dienst erfolge er im Wohnumfeld des Klienten und umfasse zwischen drei und sieben Stunden pro Woche. „Als Dorfgemeinschaft wollen wir zeigen, dass Menschen mit Erkrankungen bei uns leben können. Wir sehen das Haus als Bereicherung und Chance für unseren Ort“, betonte Pfarrer Uwe Börner, der dann zusammen mit seinem Lastruper Amtsbruder Günter Mleziva die Einweihung vornahm.

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